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Kein Krebs durch Kinderwunschbehandlungen  
Immer wieder werden wir von besorgten Patientinnen zu einem möglichen Zusammenhang von Kinderwunschbehandlungen und Krebs angesprochen. Deshalb möchten wir Ihnen an dieser Stelle eine kürzlich veröffentlichte Studie eines finnischen Forscherteams vorstellen.
 
Ziel der Studie war, die Inzidenz von Krebs (Anzahl der Neuerkrankungen in einem Zeitraum) bei einer Kohorte von Frauen mit Kinderwunschbehandlung (IVF / ICSI einschließlich frozen embryo transfer (FET)) im Vergleich zu einer nach Alter und Wohnort gematchten Kontrollgruppe ohne Kinderwunschbehandlung zu erheben. Hierzu wurden 9.175 Frauen, die zwischen 1996-1998 eine Kinderwunschbehandlung durchlaufen hatten eingeschlossen. Die Daten dieser Frauen wurden dann mit den zugehörigen Daten des Finnischen Krebs Registers in einem Nachbeobachtungszeitraum bis 2004 verlinkt. Mögliche Störfaktoren wie sozioökonomischem Status und Familienstand wurden in den Analysen berücksichtigt.
 
Die allgemeine Krebsinzidenz sowie die kombinierte Inzidenz aus Hormon-assoziiertem Brust-, Gebärmutter- und invasivem Eierstockkrebs war in beiden Gruppen ähnlich. Die Kinderwunschpatientinnen hatten sogar eine signifikant geringere Chance Gebärmutterhalskrebs zu bekommen (Odds Ratio (OR) 0,51; 95% Konfidenzintervall (KI) 0,30-0,85) als die Kontrollgruppe. Alle Fälle von Lungenkrebs waren in der Gruppe ohne Kinderwunschbehandlung zu verzeichnen (p=0,03). Eine signifikante Erhöhung der Chance invasiven Eierstockkrebs zu bekommen konnte nicht festgestellt werden. Ebenso gab es keine signifikanten Auffälligkeiten bei den anderen Krebsarten. 
 
Insgesamt konnte in dieser Studie kein erhöhtes Krebsrisiko, sowohl für Krebs allgemein als auch Hormon-assoziierter Krebsarten durch Kinderwunschbehandlungen festgestellt werden. Einschränkend ist hierbei noch anzumerken, dass die Fallzahlen bei selteneren Krebsarten relativ gering waren. Um hier eine endgültige Sicherheit zu bekommen sind noch größere Studien nötig.
 
Für weitere Fragen zu diesem Thema und detaillierteren Aussagen zu einzelnen Krebsarten stehen wir gerne zur Verfügung.
 

Quelle: 
Yli-Kuha AN, Gissler M, Klemetti R, Luoto R, Hemminki E. Cancer morbidity in a cohort of 9175 Finnish women treated for infertility. Hum Reprod. 2012 Apr;27(4):1149-55. Epub 2012 Feb 16.
 



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